Wird aus der “Krise der Sozialdemokratie” die “Sozialdemokratie der Krise”?

Seit wenigen Wochen ist es soweit: auch die Bundes-SP hat anscheinden begriffen, was Franz Voves natürlich schon lange wusste: wer wirklich an der Wirtschaftskrise schuld ist. Und die sollen nun endlich zur Kasse gebeten werden. Kann doch nicht sein, dass es diesen oberen Oberen schon wieder besser geht als vor der Krise. Denn vielen geht es nämlich nicht im Geringsten besser als vorher. Also macht Faymann eine klare Ansage:

Die Neoliberalen haben uns lang genug in die Irre geführt. Wir müssen aufstehen und wieder kämpferisch werden. 

Dass man_frau sich nun nicht mehr in die Irre führen lässt, gefällt:

Immerhin 93,8% der Delegierten bestätigen Faymann in seinem Amt als Parteivorsitzender. Vielleicht gab es ein paar Streichungen wegen dem äußerst kurzen Liebäugeln der Partei mit der Schließung von Spitälern – oder war es etwa nur eine Einzelmeinung? Der Aufschrei aus der Steiermark – so etwas kann man_frau dreieinhalb Monate vor der LTW nun wirklich nicht gebrauchen – hat jedenfalls Wirkung gezeigt: stolz halten UHLHM und UHBK ein Plakat mit der Aufschrift: “Darauf können Sie sich verlassen: In der Steiermark wird kein Spital geschlossen!” Gut so, weiter so! Mindestens bis zum nächsten Plakat mit der Aufschrift “Darauf können Sie sich verlassen: der Bau des Koralmtunnels ist gesichert!”. Aber da muss natürlich wiederum die Bundes-SP mitspielen.

Aber abgesehen davon läuft’s seit langem wieder mal richtig gut für die SPÖ: die gesamte Partei weiß, wo sie punkto Krise steht: aufseiten jener, die immer wieder durch die Finder schauen. Und geht dadurch den richtigen Weg, denn die Botschaft “Neoliberalismus nicht gut, Mindestsicherung sehr gut” ist kurz, treffsicher und vor allem eines: klar. Und somit ist die SPÖ auf dem besten Weg dazu, eine Partei zu werden, auf die man_frau sich in Krisensituationen verlassen kann.

Auf dem besten Weg, aber noch lange nicht am Ziel. Denn wie oft war die SPÖ schon auf dem besten Weg und hat dann einen U-Turn Richtung rechts hingelegt?

Bleiben wir mal zuversichtlich. Hülft a nitta.